Dr. Katja Bett // Expertin für E-Learning und Personalentwicklung

DR. KATJA BETT // EXPERTIN FÜR E-LEARNING UND PERSONALENTWICKLUNG

eLearning Award 2016 – für Workplace Learning AUDI

Wir haben zum dritten Mal einen Award gewonnen. Diesmal für unser innovatives Blended Learning-Konzept, das wir für die Audi AG entwickelt haben. Aus ursprünglich 12 Tagen Präsenztraining haben wir eine 12wöchige Blended Learning Maßnahme entwickelt mit einem innovativen Lernpfad.

Der Lernpfad besteht aus einer Kombination von 3 Präsenztrainings und 12 Online-Wochen.

  • Gestartet haben wir mit einem Startworkshop,
  • dann folgten 6 einwöchige Online-Module, wobei jede Woche aus einer Selbstlernphase, Transferaufgaben und einem Webinar bestand,
  • dann kam wieder ein Präsenztraining,
  • gefolgt von 6 weiteren Online-Modulen mit derselben Struktur,
  • am Schluss fand wieder ein Präsenstraining statt.

Wir haben also die so genannte gerahmte Struktur im Blended Learning mit der kontinuierlich parallelen Struktur verknüpft.

Und wer wissen will, wie diese Strukturen genau aussehen, dazu gibt es mehrfach Publikationen von Katja Bett und Konrad Fassnacht im Netz, beispielsweise hier.

Lernmotivation – beim digitalen Lernen

Jochen Robes hat in seinem Weiterbildungsblog sein Webinar zum Thema Lernmotivation veröffentlicht. Ich finde er hat Recht: Über Lernmotivation wird in der Diskussion um digitales Lernen viel zu wenig nachgedacht. Pädagogische Psychologie wird sogar oft stiefmütterlich behandelt und die Technik und neue Trends – woher sie auch kommen mögen – bestimmen die Diskussion.

Für mich sehr interessant ist, dass Robes genau diesselbe Publikation zitiert, die ich in meinen Ausbildungskursen (Webinar-Trainer, Blended Learning Entwicklung, E-Tutoring, E-Moderation) auch immer wieder einsetze. Und zwar die Theorie von Deci & Ryan. Diese besagt, dass drei Komponenten eintreten müssen, damit die Lernmotivation beim Lernenden hoch ist:

1. Autonomie erleben (Rahmen und Ziele selber bestimmen, Lernumgebung selbständig gestalten und an die eigenen Bedürfnisse anpassen etc.)

2. Kompetenzuwachs erleben (Feedback erhalten vom Lernsystem, Adaptives Lernprogramm, Erfolgserlebnisse beim Lernen etc.)

3. Sozial eingebunden sein (sich mit anderen austauschen, in virtuellen Gruppen lernen und arbeiten, mit einem E-Tutor verbunden sein etc.)

Und es gibt eigentlich noch mehr dazu. Prenzel hat auf der Studie von Deci & Ryan aufgebaut und noch drei weitere Faktoren gefunden, die ebenso wichtig sind:

4. Relevanz (der Inhalt muss persönlich für mich relevant sein etc.)

5. Didaktische Qualität (das virtuelle Lernangebot muss eine hohe didaktische Qualität aufweisen etc.)

6. Interesse der Lehrperson (der E-Tutor muss mit Begeisterung dabei sein; es ist oft so, dass sich die Lernenden in digitalen Lernformaten am Kommunikationsstil des E-Tutors orientieren, daher nimmt dieser eine Vorbildfunktion ein etc.)

Und hier noch das Webinar von Jochen Robes:

 

 

Lernermotivation beim Digitalen Lernen. Herausforderungen und Ziele from Jochen Robes

Der Mix machts – Vortrag zu einem Blended Learning Konzept in der Automobilindustrie

Am 6. Oktober bin ich beim Thementag Blended Learning, veranstaltet vom E-Learning-Journal (Summit-Tour) und gestalte zusammen mit Monika Brückl einen Vortrag zum Thema:

Blended Learning – Neue Wege im Training Handel Deutschland der AUDI AG

Neue Wege im Training Handel Deutschland bedeutet, dass das klassische Training in Präsenz durch neue und innovative Formen, die das Netz aktuell bietet, abgelöst wird. Webinare, Social Learning, Connected Learning und mehr sind Begriffe, die im Raum schweben, wenn es um neue Wege gehen soll. Welche einzelnen medialen Lernformate und welche Kombination daraus aber tatsächlich gewinnbringend und sinnvoll sind, das ist immer noch von didaktischen Kriterien abhängig und nicht von technischen Hypes. Welchen Weg Training Handel Deutschland AUDI AG in der Konzeption eines neuen Qualifizierungskonzeptes gegangen ist, vor welchen Herausforderungen wir im Konzeptionsprozess gestanden sind und wie das Konzept letzendlich umgesetzt wurde, das soll im Vortrag thematisiert werden.

Wer den Vortrag live hören möchte, hier gehts zur Anmeldung: Link.

Digital Natives – ein Mythos? und der Zusammenhang mit Lernen

Prof. Dr. Gabi Reinmann ist eine der wenigen Wissenschaftlerinnen, die sich auch immer wieder populärwissenschaftlich im Netz äußern – neben ihrer exzellenten pädagogischen Forschung. In Ihrem aktuellen Redemanuskript geht es um das Phänomen der „Digital Natives“ und der Zusammenhang mit modernen Lernkonzepten.

Ihre These:  die digitalen Eingebornen gibt es nicht. Was es aber gibt ist die zunehmende Nutzung von Social Media im Kontext von Informationsbeschaffung und Lernen. Sie spricht davon, dass die heutigen Studierenden „Grenzgänger“ sein sollten. Zitat: “Grenzgänger zwischen Bildungsräumen, zwischen Räumen mit rezeptiven und produktiven Anforderungen, zwischen analogen und digitalen Räumen. “

Dieses Grenzgängertum reflektiert Gabi Reinmann zwar vor dem Hintergrund des studentischen Lernens, ich finde aber, dass dies 1 zu 1 prima auch auf die Weiterbildung und Personalentwicklung übertragen lässt. Mehr Offenheit in den didaktischen Konzepten für „Grenzgängertum“ und mehr Mut verschiedenartige Lern- und Entwicklungswege zu ermöglichen, das wünsche ich mir von den Unternehmen. Das Manuskript ist sehr lesenswert!

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